**R** „Bücherstadt“ – von Akram El-Bahay

Wahr gewordener Traum eines jeden Leserherzens


Erscheinungsdatum: 25.08.2017

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 9783404208838

Sprache: Deutsch

Flexibler Einband 400 Seiten


Vielen lieben Dank an den Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares! ♥



„Sam ist ein Dieb - aber mit einer List gelingt es ihm trotzdem, in die Palastwache von Mythia aufgenommen zu werden. Er träumt von einem neuen Leben, von großen Aufgaben. Vielleicht wird er gar als Wache des Weißen Königs eingesetzt? Doch statt des Königs soll er nur alte, staubige Bücher bewachen, in der riesigen Bibliothek unterhalb der Stadt. Wie langweilig! Sam kann nicht mal lesen. Bald jedoch erfährt er am eigenen Leib, dass die hallenden Bücherschluchten ebenso gefährliche wie fantastische Geheimnisse bergen“



Paramythia ist der wahrgewordene Traum eines jeden leidenschaftlichen Lesers. Es ist die Stadt der Bücher. Wie ein unterirdisches Labyrinth, ist die Bücherstadt angelegt und gleichzeitig so groß, dass man sich schnell darin verlaufen könnte. Selbst die größten Büchernarren, die Bibliothekare, die beinahe ihr ganzes Leben zwischen den verworrenen Wegen verbringen, haben die ganze Bücherstadt noch nicht durchwandert.

„Paramythia. Bücherstadt. Sam hatte das Gefühl, er würde sich im Inneren eines gewaltigen Tieres mit einem Herz aus Papier befinden. Ein Herz, dessen Schlag aus dem Rascheln von Buchseiten bestand.“

Diese unglaubliche Welt, sowie die Geschichte des Diebes Samir, beschreibt der Autor mit einem sehr bildreichen und mystisch angehauchten Schreibstil. Akram El-Bahay versteht sich darin, mit Worten Bilder zu malen. Nicht selten hatte ich das Gefühl, an einem kalten Wintertag auf dem kuscheligen Teppich vor dem warmen Kamin zu sitzen und einem alten Geschichtenerzähler über längst vergessene Wesen, ein Märchen weben zu hören. Als würde Samir über das Abenteuer seiner Jugendtage – mit den geflügelten Albtraumwesen Asfuras, den Kriegern Iblis mit ihrer blutroten Haut und weiteren fantasievollen Wesen – berichten, das keiner mehr für wahr hält, es sei denn, sie sind selbst dabei gewesen.

Am Anfang seines Abenteuers, ist Samir noch ein Dieb hohen Ranges. Auf Kindesbeinen hat er bereits seinen ersten Raub begangen und dadurch hat sich sein Geschick stark ausgefeilt. Dennoch besitzt er noch Werte, stiehlt nicht von den Armen, tötet bei Diebstählen möglichst nicht und trägt Schuldgefühle im Herzen, wenn er jemandem Unrecht angetan hat. Sein Abenteuer berichtet von einem Dieb, der zur königlichen Wache dazu stoß und letztendlich bei staubigen Büchern landete. Dass Bücher nicht so langweilig sind, wie manch einer vielleicht denkt, zeigt seine Geschichte.

In der alten Bücherstadt, trifft er als erstes auf den alten Greiß und Bibliothekar Jacobus, der alles als Verschwendung sieht, solange es nichts mit Büchern zu tun hat. Aber auch auf die zeitlose Schönheit und Beraterin des Weißen Königs Sabah, den Herrn der Wache Assasil, der nie seine Maske abnimmt oder aber auch auf die mysteriöse Dienerin Kani, die mehr zu wissen scheint, als sie preisgibt. Sie alle stehen mal mehr, mal weniger in Verbindung mit dem mysteriösen Bücherherz, das Samir zu bewachen hat. Es soll die speziellste Sammlung von Büchern beinhalten, die zu beschützen, Samir und seine Kameraden auf einen Weg voller Gefahren, Verluste, aber auch Gewinn an Wissen und einer magischen Welt schicken.

Akram El-Bahay entwirft viele unterschiedliche Charaktere mit Herz und Seele. Teilweise wirken die Buchfiguren alten Märchen entsprungen und das Rätsel der Personen, der Namen und ihrer Natur, sind die größten Spannungsträger dieser Geschichte. Somit setzt der Autor seinen Fokus auf die Bücherwelt, ihre verschiedenen Mysterien, auf Fantasy und ein wenig Romantik.



Ein Weltenentwurf, der jedes Leserherz ein paar Takte höherschlagen lässt. Diese ist voll von magischen, märchenhaften Wesen, gelehrten Büchernarren, traumhaft beschriebenen Kulissen und im Fokus davon, steht ein junger Dieb. Mit Samir, bekommt der Leser einen sympathischen Zeitgenossen zur Seite gestellt und wandelt mit ihm auf einem Grad der Unwissenheit und der Neugier. All dies wird verpackt in einem wundervollen und bildhaften Schreibstil mit besonderem Flair.



( 5 / 5 Dschinn)


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Dieses Bild habe ich sogar schon gemacht, bevor ich das Buch gelesen habe:



Zu diesem Zeitpunkt, war "Bücherstadt" noch ein Neuzugang und gleichzeitig ist dieser süße Eulen-Magnet bei mir eingezogen. Im Nachhinein musste ich total schmunzeln, weil mich diese Leseeule total an den Bibliothekar Jacobus erinnert hat. Schreibt mir doch gerne, solltet ihr das Buch bereits gelesen haben, ob euch die verblüffende Ähnlichkeit ebenso auffällt. ;-))


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