**R** „Among the Stars“ – von Samantha Joyce

Buch mit Mäkeln



Erscheinungsdatum: 19.06.2017

Verlag: Goldmann

ISBN: 9783442486236

Sprache: Deutsch

Flexibler Einband 350 Seiten

Vielen Herzlichen Dank an den Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares! ♥


„Elise Jameson hat die weltberühmte Bestsellerserie „Viking Moon“ geschrieben – aber keiner weiß es. Denn nach einem schrecklichen Unfall ist Elise taub, unglaublich schüchtern und bleibt lieber inkognito. Doch dann werden ihre Bücher mit Hollywoodstar Gavin Hartley verfilmt, und man besteht auf die Anwesenheit der Autorin am Set. Kurzerhand beauftragt Elise die wunderschöne Unbekannte Veronica Wilde damit, ihren Platz einzunehmen, während sie selbst sich als Assistentin ausgibt. Als sie neue Freunde findet und Gavin näherkommt, fällt es ihr jedoch zunehmend schwer, sich hinter ihren Lügen zu verstecken. Ist es Zeit, der Welt zu zeigen, wer sie wirklich ist?”



Der Schreibstil der Autorin ermöglicht es einem, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Mit einem angenehmen zu lesenden Stil, führt sie den Leser zielsicher durch ihre Geschichte. Allein bei den Dialogen kam ich manchmal ins Stocken. Samantha Joyce nutzte die Gespräche ihrer Charaktere häufig dazu, um Informationen darin zu verpacken und an den Leser zu übermitteln. Auf der einen Seite wirkte es so, als würde sie die Informationen – wie zum Beispiel das Aussehen einer Person – nebenbei einfließen lassen, aber auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, dass kein lebendiger Mensch so reden würde. Die Gespräche wirkten dadurch hin und wieder etwas gestellt.

Mit Elise hat die Autorin eine interessante Buchfigur erschaffen. Ihre liebe zu Büchern, der Schriftstellerei und auch ihre Ehrfurcht anderen Autoren gegenüber, haben sie zu einem eindeutigen Bücherwurm klassifiziert. Somit wird sie bei jedem Buchliebhaber gleich ein paar Pluspunkte einkassieren können. Dennoch muss ich zugeben, dass ich einige Probleme damit hatte, sie in meinen Gedanken als sympathisch zu behalten.

Seit einem Unfall besitzt sie eine Narbe im Gesicht, von der Schläfe bis zum Kinn und auch ihr restlicher Körper ist mit einigen davon geziert. Die Erinnerungen an den Unfall sind bei Elise wie ein dunkles, schwarzes Loch der Vergangenheit vor dem sie sich zurückzieht. Zurückzieht, wie auch vor Menschenmassen, fremden Personen, Menschen, die ihr nahestehen und eigentlich jedem, außer den Protagonisten ihrer eigenen Geschichte. Ihre Schüchternheit ist total legitim. Einige schmerzhafte Erfahrungen, haben sie vorsichtiger gemacht und das ist nachvollziehbar. Auch hätte ich es verstanden, wenn die Narben ihr Selbstwertgefühl ein wenig an geschrammt hätten. (Meiner Meinung nach, nichts wofür man sich schämen müsste, aber man muss sicherlich auch in ihrer Haut stecken, um das beurteilen zu können) Dennoch kann und werde ich es nicht nachvollziehen, dass dieses Mädchen wirklich null und nada an Selbstgefühl hatte. Nicht nur, versucht sie ständig ihre Narben mit allem möglichen zu verstecken oder nimmt lieber das Foto eines fremden Mädchens, als Autorenfoto für ihre Bücher, sondern möchte sie auch überhaupt nicht verstehen, wenn jemand etwas für sie empfinden oder mehr in ihr sehen könnte. Menschen KÖNNEN sie gar nicht mögen, immerhin hat sie Narben…

Doch übertroffen, wird sie in jeder Linie noch von Veronica. Als Elises Buch VikingMoons verfilmt werden soll und sie auf dem Set erwartet wird, besser gesagt, das Mädchen, dessen Foto in all ihren Büchern prangt, versucht Elise diese ausfindig zu machen und trifft auf Veronica. Das Mädchen hilft ihr allerdings nicht aus Nächstenliebe, so wie ich mir das vorgestellt hätte, sondern aus purer Ruhm- und Geldgier. So einen oberflächlichen, zickigen und miesen Charakter, hatte ich schon ewig nicht mehr angetroffen. Doch leider war Veronica auch unglaublich Eindimensional und hat in der Geschichte nicht mehr getan, als eine böse B*itch zu sein und eine gehörige Stange Geld von Elise abzuluchsen, damit sie so tut, als wäre sie die tatsächliche Autorin.

Beim männlichen Gegenpart der Geschichte, habe ich dann letztendlich aufgeseufzt. Ein absolut sympathischer Charakter von Hinten bis Vorne. Er ist unglaublich freundlich, blickt hinter die Schale und verurteilt nicht eine Person. Selbst mit Veronica versucht er sich anzufreunden. Immerhin dachte er, sie hätte die wunderbare Geschichte geschrieben, in der so viel Herzblut und komplexe Charaktere drinstecken, dass irgendwo in ihr auch ein weicher Kern stecken muss. Bei Elises Narben hat er nicht mal mit der Wimper gezuckt, sondern eine Kämpferin in ihr entdeckt. Wie authentisch diese Persönlichkeit bei einem weltgefeierten Schauspieler, der täglich mit zig verschiedenen Menschen zu tun hat, ist, sei mal dahingestellt.

Die ganze Geschichte wird wohl ein wenig an Authentizität einbüßen, dennoch lädt sie definitiv zum Träumen und Abschalten ein. Genau wie einige der Dialoge, wirkten auch einige Szenen sehr konstruiert. Einige Klischees sind in der Geschichte auf jeden Fall auffindbar und einige Male wirkten die Charaktere, als würden sie einfach da sein, um ihre Rolle zu spielen. Dafür sind einzelne Details der Geschichte, einfach wunderbar ausgearbeitet. Zum Beispiel Elises Taubheit, habe ich ihr komplett abgenommen. Es war interessant zu lesen, wie sie von Lippen abliest, welche Probleme sie damit manchmal hat oder auch, wie andere Menschen darauf reagieren. Oder auch ihre Liebe zu Büchern, habe ich in jeder Zeile gefühlt. Man konnte praktisch ihre Augen aufleuchten sehen, sobald jemand einen Autorennamen fallen gelassen hat oder sie auf dem Set zu ihrer Buchverfilmung aufgetaucht ist. Details wie diese, haben mich letztendlich mitfühlen lassen.

Auch hat es mir gut gefallen, dass die Nebencharaktere ihren Raum bekommen haben. So gab die Autorin uns Zeit, Elises besten Freund Jin kennenzulernen, der seit extra für sie die Gebärdensprache erlernt hat. Doch auch Elises Zimmerpartnerin am College Reggie, war eine freundliche und offene Person. Sie ist eine wahre Quasselstrippe und ein unglaublicher Fan der VikingMoons-Reihe. Wenn sie nur wüsste mit wem sie sich da das Zimmer teilt, was? Doch mein absoluter Favorit war der Möchtegern-Cowboy Clint, der ständig mit seinem Cowboy-Hut durch die Gegend läuft, sich nichts aus den verwunderten Blicke anderer Menschen macht und total mit sich selbst im Reinen ist. Gleichzeitig ist er ein Hobby-Dichter und kann wunderbar mit Worten umgehen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich das erst etwas später erkannt habe.



Ob so eine Geschichte im wahren Leben geschehen könnte, wage ich zu bezweifeln. Doch soll das Buch wohl eher die Realität vergessen lassen und den Leser zum Träumen verführen. Mit der Protagonistin hatte ich so einige Schwierigkeiten, was mir viel an der Lesefreude genommen hat und ihr Gegenstück Veronica hat dabei nicht wirklich geholfen. Dies wird von Gavin und den Nebencharakteren jedoch ein wenig wettgemacht. Es dauert jedoch bis die anderen Charaktere überhaupt auftauchen und bis ich mit dem Buch warm wurde somit ebenfalls. Einige Dialoge und Szenen wirken etwas konstruiert, jedoch sind es die Details, die den Charme des Buches ausmachen.

Auf jeden Fall liest sich das Buch durch den Schreibstil der Autorin schnell weg und wer auf der Suche nach einer träumerischen Romanze ist, findet hier sicherlich ein schönes Buch für Zwischendurch.



„Wir bekommen nicht allzu viele Chancen, unser Leben zu leben. Sorg dafür, dass das Leben, das du führst, dein eigenes ist.“ (S. 315)



( 3 / 5 Dschinn)


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In dem Buch findet eine Kostümparty für die Filmcrew statt und auch unsere Protagonistin Elise wird dorthin eingeladen. Von ihrer Zimmerpartnerin wird sie verkleidet und stellt letztendlich Betty aus dem Archie-Comic dar. Besonders schön fand ich die Beschreibungen der einzelnen Kostüme.

"Die Leute hatten sich, was ihre Kostüme anging, wirklich ganz schön ins Zeug gelegt. Es gab lauter Prinzessinnen und Vampire, Zigeuner und zahlreiche Tiere." (S. 191/192)

Schon kam bei mir die Überlegung auf, wie würde ich bei diesem Motto hingehen? Vermutlich würde ich mich den Zigeunern anschließen. Und somit habe ich ein kleines Kostüm zusammengestellt:



Das schwarze Schulter- und Bauchfreie Top, könnt ihr euch HIER nochmal genauer ansehen oder auch bestellen, wenn ihr möchtet.

Die pinke Pluderhose mit den kleinen Perlen an den Seiten, könnt ihr euch HIER nochmal in groß ansehen und auch bestellen, falls ihr sie genauso toll findet, wie ich. (Wenn man sich dreht, dann fliegt die richtig toll *o*)

Und natürlich darf auch das Hüfttuch mit all den Münzen nicht fehlen. Werft doch HIER einen Blick auf das gesamte Tuch. (Damit bekommt ihr keinen lautlosen Schritt mehr hin ;-))


Wie gefällt euch das Outfit? Wenn ihr nur die Klamotten in eurem Schrank verwenden könntet, als was würdet ihr auf einer Kostümparty auftauchen? =) 


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Kommentare

  1. Hi Madlen, das mit dem Kostüm ist ja eine witzige Idee :-) Naja, ich habe tatsächlich für den Fasching einige Kostüme im Schrank, daher würde ich wohl darauf zurückgreifen. Oder hey, mein Hochzeitskleid hängt auch noch im Schrank :-D
    Das Buch ist gerade bei mir eingezogen und ich bin gespannt, ob ich ebenso Probleme mit Elise haben werde wie du.

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    1. Hi Friederike,

      es freut mich total, dass dir die Kostüm-Idee gefallen hat! Fast noch begeisterter bin ich von deiner Idee mit einem Hochzeitskleid auf einer Faschingsfeier aufzutauchen. =)) Wer hat denn bitte auch behauptet, dass man das nur auf der eigenen Hochzeit tragen darf? ;-))

      Schreib mir doch gerne deine Meinung zu dem Buch, sobald du mit der Geschichte gestartet hast. c:

      Ganz liebe Grüße
      Leni

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  2. Huhu Leni,
    ohje, als ich gerade deine Rezension gelesen habe, habe ich gedacht: Die arme Elise. Sie hat schon so sehr mit ihrem Leben zu kämpfen und stößt dann noch auf so ein Biest wie Veronika. Weiter unter schreibst du aber dann, dass Elise doch noch einen besten Freund hat. Das war ja schonmal ein Trost. Genauso wie die Tatsache, dass dann noch Gavin auf der Bildfläche erscheint, der ja scheinbar eine sehr positive und motivierende Sichtweise auf die Dinge hat.

    Besonders interessant fand ich die Erwähnung des Cowboys. So, wie du von ihm berichtest ist es ein Charakter, über den man gerne eine ganz eigene Geschichte gelesen hätte, kann das sein?

    Was deine Kostümzusammenstellung angeht: Ich denke mit deinem Kostüm würdest du auf der Party bestimmt richtig gut ankommen. Ich habe in meinem derzeitigen Kleiderschrank leider nicht mehr mein Mittelalterkleid hängen. Das habe ich dezent in den doch größeren Kleiderschrank meiner Mutter aussortiert ;o) Ansonsten wäre das mein Kostüm für deine Party - bzw. die Party deiner Buchcharaktere - gewesen :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Huhu Tanja,

      mir tat Elise auch unglaublich leid. Ich möchte mir ein Leben in ihrer Haut nicht vorstellen müssen, aber mit ihrem besten Freund hat sie definitiv eine feste Stütze an der Seite.
      Im Buch hatte ich aber eher das Gefühl, dass Elise nicht mit Veronica kämpft, sondern mit sich selbst. Zum einen könnte sie dadurch ein wenig an Sympathie verlieren, aber nur so wächst ein Mensch über sich hinaus.

      Der Cowboy war tatsächlich mein Favorit. Bei ihm mochte ich seine Weltanschauung und sehr viele Weisheiten, die er immer wieder versteckt in die Geschichte gemischt hat. Ich denke, er würde dir in dem Buch auch positiv auffallen. =)

      Mit deinem Mittelalterkleid würdest du auf einer Faschingsfeier sicherlich glänzen! Bisher habe ich nur selten jemanden auf so einer Feier gesehen, der sich im mittelalterlichen Stil verkleidet hat. Dabei gibt es da doch einige beeindruckende Gewänder, ob mal mehr oder weniger schlicht. =)) Hattest du das Kleid bereits an? Falls ja, zu welchem Anlass hast du es getragen?

      Ganz liebe Grüße
      Leni =)

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  3. Huhu Leni,
    da haben wir die Geschichte ja sehr ähnlich wahrgenommen. Habe mich auch über Insta mit einer anderen Leserin unterhalten und sie ist auch unsere Meinung^^

    Zum Kostüm, ich habe ein Hexenköstüm im Schrank hängen bzw. in meinem Kleiderzimmer einen Schrank habe ich nicht^^ Aber ob ich das anziehen würde........mmhhh......da ich etwas zu genommen habe, passt es zwar noch aber es ist sehr kurz geworden :-D Oder ich würde den Grinsekatzen Schlafanzug anziehen, wenn ich was lockeres mag.

    Ganz Liebe Grüße
    Tanja

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