Freitag, 12. Mai 2017

**R** „trust again“ – von Mona Kasten

Lädt zum Trauern, Vertrauen und Stärker werden ein



Erscheinungsdatum: 13.01.2017

Verlag: LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG

ISBN: 9783736302501

Sprache: Deutsch

E-Buch Text 480 Seiten

Band 2 einer Reihe (Rezension enthält jedoch KEINE Spoiler zu Band 1)


„Happy End? Das gibt es doch nur im Film! Da ist sich Dawn Edwards ganz sicher. Seit sie ihren Exfreund in flagranti mit einer anderen erwischt hat, hat sie Männern abgeschworen und sich stattdessen ganz aufs College und das Verwirklichen ihrer Träume konzentriert. Vor allem für einen Weiberhelden wie Spencer Cosgrove ist in ihrem Leben kein Platz. Da können seine Annäherungsversuche noch so kreativ sein. Doch eines Tages entdeckt Dawn durch Zufall eine völlig neue Seite an Spencer und stellt fest, dass hinter seiner humorvollen Fassade ein dunkles Geheimnis steckt und er viel mehr als der Aufreißer ist, der er vorgibt zu sein ...“


Im ersten Band hatte ich bereits das Gefühl, einfach durch die Seiten zu fliegen. Seitdem hat sich der Schreibstil der Autorin nochmal um einiges gebessert. Die einzelnen Satzübergänge sind noch flüssiger und der Leser wird praktisch über die Zeilen gefegt. „trust again“ habe ich durch diesen unfassbaren Sog, in einer Rekordverdächtigen Geschwindigkeit durchgelesen.

Das Buch „begin again“ durfte man aus der Sichtweise der süßen Kämpfernatur Allie lesen, doch dieser Band wechselt über zu ihrer besten Freundin Dawn. Man wechselt also zu der Gefühlswelt einer bereits bekannten und liebgewonnenen Person. Auch zeitlich setzt dieser Band genau an dem Ende des ersten Teils an.

Hinter Dawn steckte so viel mehr, als ich gedacht hätte. Selbst aus Allies Sichtweise, kam sie mir bereits sehr lebendig vor und man hatte das Gefühl, sie bereits sehr gut kennengelernt zu haben. Es ist aber doch immer gleich etwas ganz Anderes, jemanden von außen kennenzulernen und nur Teile derer Persönlichkeit zu Gesicht zu bekommen oder selbst diese Person zu sein. Man lernt von Dawn noch viele weitere Facetten kennen. Man erfährt über ihre glückliche Zeit beim Schreiben von Geschichten, dass sie und ihr Vater seelisch sehr eng miteinander verbunden sind oder etwas über ihre Narben. Für Mona Kasten scheint es ein Kinderspiel zu sein, ihren Charakteren Leben einzuhauchen und je nach Sichtweise, die Charaktere in einem komplett anderen Licht erscheinen zu lassen.

Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass der Band aus der Sicht einer anderen Protagonistin geschrieben worden ist, aber man trotzdem auf keine Person des ersten Bandes verzichten musste. So erlebt man auch Allie und Kaden wieder voll in ihrem Element. Sawyer darf man auf eine völlig neue Weise kennenlernen (besonders als Raumpartnerin von Dawn) und man stellt schnell fest, dass sie trotz ihrer abweisenden Art immer sehr ehrlich mit dir ist. Auch viele andere Charaktere sind einfach goldig, witzig, chaotisch: Scott, Dawns Dad, Nolan oder Isaac. Ihr werdet auf eurem Weg durch „trust again“ auf viele Charaktere stoßen. Die einen total sympathisch, die anderen eher etwas weniger (Nate…) und andere nehmen nur einen kurzen Teil der Geschichte ein.

Doch was wäre diese Geschichte ohne Spencer? Der gute, alte Spencer, der bereits im ersten Band für so einige Schmunzler und Auflockerungen der Situationen gesorgt hat. Auch an ihm, entdeckt man völlig neue Seiten. So lernt man zum Beispiel seine Liebe zur Kunst kennen und wie er diese entdeckt hat, seine Familie und die Verhältnisse, in denen er lebt und letztendlich auch alles, was sich manchmal hinter einem Lächeln und guter Laune versteckt. Ohne zu viel von seiner Geschichte vorwegzunehmen, lässt sich sagen, dass er eine schwere Vergangenheit hinter sich hat und es manchmal bewundernswert ist zu beobachten, wie er trotzdem jeden Tag so nimmt, wie er kommt. Er lächelt ehrlich, wenn der Tag gut ist, macht Späße und blödelt mit seinen Freunden rum, nimmt aber auch seine eigene Trauer und Wut entgegen (Mal mehr, mal weniger gut).

Er und Dawn hatten eine unglaubliche Chemie. Dass sie bereits so gut befreundet waren und sich die ganze Atmosphäre um sie herum angefühlt hat, wie eine gemütliche Kuscheldecke, hat in dieser Geschichte sehr viel ausgemacht. Doch auch Dawn hat ihre Vergangenheit, die ihnen beiden viele Steine in die Wege legt. Trotzdem hat sie es wieder hinbekommen, sich jemanden anzunähern, Gefühle zu entwickeln. Was sie gegenüber Spencer empfunden hat, war für den Leser teils schmerzhaft zu verfolgen und gleichzeitig hat man direkt mitgefühlt, so dass für Schmetterlinge in der Magengegend gesorgt worden ist. Vom Anfang an, war es ein leichtes sich in sie hinein zu versetzen und mit ihr zu fühlen. Dieses Gefühl verließ mich leider im Laufe der Geschichte für eine Weile.

Es entstand ein heftiges Hin und Her zwischen den beiden Hauptfiguren. Sie haben sich gegenseitig verletzt ohne es zu bemerken, Barrieren aufgestellt, an denen man Brücken hätte bauen sollen. Letztendlich hatte ich das Gefühl eine Geschichte über Freundschaft Plus zu lesen. Hiervon muss man vermutlich ein Fan sein. Jetzt muss ich ganz subjektiv feststellen, dass ich kein großer Fan von der Reihenfolge „erst Sex – dann Liebe“ bin. Da bin ich mal ganz konservativ (/kitschig?) und lege mehr Wert auf die großen Gefühle, als auf Sex.

Das wäre vermutlich auch mein einziger Kritikpunkt an dieser Geschichte, der nochmals angemerkt: sehr subjektiv ist. Ansonsten hat mir die Liebesgeschichte sehr gut gefallen, da sie sich nicht über Nacht entwickelt hat, die Charaktere eine starke Chemie ausgestrahlt haben und auch viel miteinander herumgeblödelt haben. Auf jeden Fall ist in diesem Band auch um einiges mehr Erotik vorhanden.

„trust again“ hat mich oft zum Nachdenken gebracht, in so vielen verschiedenen Themengebieten und auch der Blick hinter die Kulissen einer Autorin, war für mich ein Highlight. Da hierbei auch auf Blogger, Rezensenten eingegangen wird, gibt es einige Anmerkungen, die auch ich mir zu Herzen nehmen möchte und die mir vermutlich im Kopf bleiben werden.


Schreibtechnisch noch ausgeschliffener, als Band 1 und man bekommt ein völlig neues Gefühl für Charaktere, die man bereits kennt, ausschließlich durch eine neue Sichtweise. Mit lebendigen, herumblödelnden Charakteren, die füreinander da sind, wird der Geschichte das gewisse Etwas gegeben. Als Leser fühlt man sich schnell wohl in der Geschichte und besonders die Chemie der beiden Hauptfiguren, ist total greifbar. Einziger Kritikpunkt ist das große Hin und Her der Liebesgeschichte, sowie das Gefühl einer Freundschaft Plus Geschichte. Letztendlich wurde das aber nochmal schön abgerundet, wodurch ich den Buchdeckel zufrieden zuklappen konnte.



( 4 / 5 Dschinn)


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Was mich in diesem Buch besonders zum Grübeln gebracht hat, ist das Thema Bloggen und Rezensionen. Dawn muss in einem Schreibkurs erst für sich entdecken, dass es einen unterschied zwischen einer persönlichen und einer konstruktiven Meinung gibt. Nun meine Frage an euch, was denkt ihr: Ab wann ist eine Rezension persönlich oder konstruktiv? Was meint ihr/Wie seht ihr das?


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Kommentare:

  1. Huhu Leni,

    ich denke eine persönliche Meinung kann durchaus konstruktiv sein. Es kommt natürlich darauf an, wie man die Worte aufnimmt. Auch muss man als Autor in der Lage sein zu filtern. Was will der Schriftsteller mit seinem Buch erreichen? Ist es nur ein Leser, der diese kritische Meinung hat? Bringt den Autor eine Änderung in einem Folgewerk persönlich weiter?

    Nehmen wir mal das Beispiel: Ein Leser schreibt "der Roman war mir zu brutal."

    Dann muss man als Autor schauen, ob diese Kritik angebracht ist, ob er die Kritik annehmen möchte oder ob sie für ihn unrelevant ist. Ein anderer Leser kann die selbe Szene vielleicht als total harmlos empfinden, weil er vielleicht ständig solche Bücher liest. Möchte der Autor eher das zartbesaitete Publikum ansprechen oder doch eher die hartgesottenen Leser auf seiner Seite wissen?
    Wie denkst du darüber?

    Zu Trust Again :o) Ich muss sagen, dass mir der erste Teil noch ein wenig besser gefallen hat. Ich mochte Kaden und Allie als Kombi lieber als Dawn und Spencer. Wobei beide von der Art so unterschiedlich waren...
    Aber ich habe ja eh eine kleine Schwäche für Bad Boys ;o)

    Spencer war für mich eher der Good-Boy. Er war sehr lieb und hatte einen Hang zum Flirten. Das hat ihn dann natürlich schon wieder interessant gemacht :o)

    Wobei ich auch fand, dass gerade der Anfang viel zu viel Wert auf die Gedanken in Richtung "wann haben wir Sex" gerichtet war. Hattest du auch das Gefühl?

    Dawn war für mich eher der Typ Nerd. Sie lebte in ihrer Welt. Ich mochte sie als Protagonistin sehr.


    Mir gefiel es (ebenso wie dir), dass man in Trust Again auch mal einen anderen Blick auf Saywer bekam. Das schürt natürlich die Neugieride auf den dritten Teil ;o)

    Wirst du den dritten Band lesen?
    Welcher der beiden Charakterkonstellationen hat dir persönlich besser gefallen? (Allie-Kaden/Dawn-Spencer)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    Was mich ja noch sehr interessieren würde. Sind das bestimmte Stifte auf dem Bild? Die sehen so ... anders aus. Nimmst du sie für deine Zeichnungen?

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    1. Huhu Tanja,

      erst Mal vielen Dank für deinen lieben und ausführlichen Kommentar. ♥ Besonders deine Sichtweise zu der konstruktiven und persönlichen Meinung fand ich sehr interessant. Ich habe ziemlich gestutzt, als dieses Dilemma im Buch angesprochen wurde. Da war ich mir nämlich total unsicher, wie man das einschätzen kann. Immerhin ist es nicht nur für Autoren, sondern auch für uns Rezensenten selbst sehr wichtig. Du hast das aber bereits richtig schön in Worte verpackt. Ich denke, dass man deine Definition super so übernehmen könnte! =)

      Der Anfang des Buches, war wirklich sehr stark auf diese "Sex"-Gedanken fokussiert. Mich hat das auch etwas gestört, aber die Entwicklung einer Freundschaft-Plus-Beziehung, fand ich glatt noch ein wenig schlimmer. Dawn und Spencer haben einen unglaublichen Charme als Paar, da finde ich, das wäre einfach nicht nötig gewesen. =/

      Spencer war für mich auch eher der Good-Boy. Deswegen habe ich dieses Buch auch wunderbar für die Tabu-Karte "Liebesroman" hernehmen können. =))

      Sawyer war echt ein interessanter Charakter. Die Autorin hat es auch super hinbekommen, dass sie langsam aufgeblüht ist und sich den anderen Charakteren im Buch geöffnet hat. Auf jeden Fall möchte ich den dritten Band lesen! Ich bin sooo neugierig auf ihre Geschichte, vor allem mit Isaac. *-*

      Mir persönlich hat auch die Allie-Kaden Kombination besser gefallen beziehungsweise der erste Band im Generellen. Trotzdem haben beide Bücher ihren Charme. Bei Allie und Kadens Geschichte, gab es eine sehr elektrisierende Wirkung zwischen den Beiden. Auch war die Konstellation, dass die Zwei zusammenziehen, einfach eine geniale Grundgeschichte. Dawn und Spencer hingegen waren eher das Wohlfühlpaar. Bei ihnen hat man total gemerkt, dass sie vorher gut befreundet waren und deswegen gab es bereits diese lockere Atmosphäre zwischen ihnen.
      Auf jeden Fall bin ich jetzt sehr gespannt, was das 3. Pärchen für eine Atmosphäre erschaffen wird! =))

      Auf dem Bild sind Touch Five Stifte zu sehen. Es sind tatsächlich spezielle Stifte, die ich für meine Zeichnungen verwende. Mit ihnen kann man Schattierungen besonders gut darstellen. =) Allerdings habe ich die Stifte noch nicht sooo lange und ich muss mich immer noch stark an sie gewöhnen. Sie sind nämlich ziemlich flüssig, das ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. =D
      Hier kannst du eines meiner ersten Versuche mit diesen Stiften sehen, wenn du möchtest:
      https://www.instagram.com/p/BO2wSvlgEGF/?taken-by=lady_like0

      Ich brauche definitiv noch etwas Übung. ;-)

      Ganz liebe Grüße
      Leni =)

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  2. Huhu Leni,
    wow, das Bild sieht richtig klasse aus. Man merkt gar nicht, dass du noch Probleme mit den Stiften hattest (also ich zumindest nicht ;o)). Ich hatte mir schon fast gedacht, dass das besondere Stifte sind, weil ich sie zuvor noch nie gesehen habe.

    Es beruhigt mich sehr, dass dir auch aufgefallen ist, dass der Anfang doch sehr auf Sex orientiert ist. Ich habe mich schon gefragt, ob nur ich das so empfunden habe.

    Mir gefiel die Allie-Kaden-Konstellation auch besser. Ich gab es mehr Konfliktpotential. Das mochte ich. :o)

    Ich habe festgestellt, dass die Tabu-Karten gar nicht so leicht zu belegen sind. Tust du dich auch so schwer mit einigen von ihnen?

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Huhu Tanja,

      vielen Dank! ♥ Es freut mich sehr zu hören, dass es dir so gefällt und man meine Schwierigkeiten mit den Stiften, dem Bild nicht ansieht. Bei den flüssigen Stiften muss man eben stark bei den Rändern aufpassen, da sie ein bisschen wässern und schnell über die Ränder hinweg "schwappen". Aber ich übe fleißig! =D

      Das habe ich tatsächlich öfters in Rezensionen als Kritikpunkt gefunden. Das war doch auch recht auffällig (zumindest aus meiner Sichtweise). Auf jeden Fall hast du da nicht alleine so empfunden! =)

      Ziemlich! xD Ich habe sehr viele Bücher, die super gepasst hätten, aber dann scheitert es an einem Wort. Teilweise fand ich es dann auch schwer zu erfahren, ob ein Autor/eine Autorin Single ist oder nicht. Bisher habe ich auch nur zwei Bücher gelesen, die auf die Karten gepasst haben. o: Woran scheitert es bei dir?

      Ganz liebe Grüße
      Leni =)

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